In unseren Meeren tummeln sich Millionen von Lebewesen die, zum Teil, seit der Entstehung der Ozeane, auf unserem Planeten sind und somit fest zum Leben im Meer dazugehören.Somit ist es also naheliegend das hier und da ein paar Bewohner unseres Aquariums nicht unbedingt gewollt sind, ihren Weg aber dennoch in unser Miniaturmeer finden und sich dort pudelwohl fühlen.

Sind einige von den unerwünschten Plagegeistern relativ harmlos, so gibt es auch jene, welche mit Argwohn betrachtet und entsprechend bekämpft werden sollten.So komplex das Leben in den Meeren ist, so komplex ist natürlich auch die Biologie unseres Beckens, doch kein Problem ist unlösbar.

Hier zeigen wir Ihnen kleine Holpersteine und wie Sie diese aus dem Weg räumen können und dafür sorgen, dass sie gar nicht erst entstehen.

Ob Sie sich für ein reines Fischbecken entscheiden, in welchem große Schwärme Seite an Seite mit Doktor- oder riesigen Kaiserfischen schwimmen, Sie einen Reeftank mit einzigartiger Korallenarchitektur errichten wollen oder doch dem klassischen Gleichgewicht zwischen Fisch- und Korallenbesatz folgen wie es uns die Natur in Perfektion vorgibt- wir zeigen Ihnen den Weg und die Mittel zu Ihrem eigenen Stück Ozean.

 

Algenplagen im Meerwasser Aquarium

Fadenalgen

Ursache für den massenhaften Wuchs unerwünschter Fadenalgen ist eine zu hohe Nährstoffkonzentration. Fadenalgen sind nicht nur unschön, sondern dürfen auf keinen Fall Korallen überwachsen. Spätestens, wenn anspruchsvollere Steinkorallen gehalten werden, muss das Becken Fadenalgen frei sein.

Fadenalgen und ihre massenhafte Vermehrung zeigen eindeutig an, dass im Becken der Nährstoffkreislauf nicht oder noch nicht richtig funktioniert, was vielfältige Ursachen haben kann. Damit Ihnen die wuchernden Fadenalgen nicht die Freude am wunderschönen Hobby der Meerwasseraquaristik nehmen, haben wir für sie Informationen und Tipps zusammengestellt.

Meist liegt es an folgenden Ursachen:

  • Unkontrolliertes Einbringen von Nährstoffen durch schlecht bzw. nicht aufbereitetes Wechselwasser
  • Falsch dimensionierte Abschäumer bzw. ungünstige andere Filtersysteme
  • Nitratschleudern befinden sich im Kreislauf
  • Biobälle, Rieselfilter, Filterschwämme  werden zu selten gereinigt
  • Schmuddelecken im Aquarium
  • Tod von Tieren, die dadurch direkt oder indirekt Nährstoffe freisetzen

Megazoo Empfehlung:

  • Beleuchtung reduzieren
  • Fadenalgen mechanisch entfernen
  • Fütterung reduzieren
  • Absorber einsetzen

Einsatz von algenfressenden Tieren: Seeigel, Seehase, Schnecken, Algenblenny, Doktorfische

Bryopsis

Bryopsis zählen zu den Fadenalgen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussehen. Sie gehören zu den am schwersten zu bekämpfenden Algenarten in der Meerwasseraquaristik überhaupt. Man kann Bryopsis recht einfach an ihrer gefiederten Wuchsform erkennen. Außerdem schimmern Bryopsis-Algen häufig bläulich.

Bryopsis wachsen extrem schnell und können in Kürze ganze Korallenkolonien überwuchern. Eine große Gefahr besteht besonders für Steinkorallen, da es kaum möglich ist die Algen mechanisch zu entfernen, ohne die Korallen dabei zu beschädigen. Wir haben ihnen Informationen über mögliche Ursachen und deren Beseitigung zusammen gestellt, damit Bryopsis Algen in ihrem Becken schnellestens der Vergangenheit angehören.

Megazoo Empfehlung:

  • Überprüfung der Nitrat- und Phosphatwerte
  • Eisenzufuhr ermitteln und einstellen ( zB. rostige Klingen, die zu einem erhöhten Schwermetallgehalt im Aquarienwasser führen)
  • Vermeidung von freiem Kohlendioxid
  • Vermeidung hoher Grün-, Gelb- und Rot-Anteile in der Aquarienbeleuchtung
  • Wichtig: Ursache und nicht nur die Wirkung bekämpfen

Freßfeinde: Leider fressen bekannte Algenfresser wie Seeigel oder Doktorfische Bryopsis-Algen nicht. Seehasen und Percnon Krabben sollen eventuell als Helfer in Frage kommen, was aber nicht absolut sicher ist.

Rote Schmieralgen (Cyanos)

Rote Schmieralgen (Cyanobakterien) sind leicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, denn sie breiten sich als roter schmieriger Algenteppich auf Boden, Gestein und Korallen aus.

Der Name Rote Schmieralgen ist dabei irreführend, denn es handelt sich bei dieser Plage nicht um Algen, sondern um Bakterien! Außerdem dürfen Rote Schmieralgen nicht mit Kieselalgen verwechselt werden. Kieselalgen treten nur bei zu hohen Kieselsäurewerten auf.

Cyanobakterien kommen praktisch in jedem Becken vor. Sie entstehen durch unzureichende Strömung, stark verschmutzen Bodengrund oder Schmuddelecken. Weitere bekannte Ursachen sind starke Änderungen in der Beckenbiologie, zu alte Leuchtmittel oder ein falsches Lichtspektrum. Es ist wichtig rechtzeitig die Ausbreitung der roten Schmieralgen-Beläge einzudämmen.

Megazoo Empfehlung:

  • Mechanische Entfernung durch absaugen und quirlen des Bodengrundes
  • Einsatz von Mitteln gegen Cyanobakterien (zB. Cyanos Remove von Aqua Connect, Easy Life)
  • Nährstoffgehalt senken (Nitrat, Phosphat)
  • Verbesserung der Strömungsverhältnisse im gesamten Becken 
  • Einsetzen von höheren Algen, um die Nährstoffgrundlage zu entziehen
  • Einbringen von grünem Plankton (Synechococcus) als direkten Nahrungskonkurrenten

Fressfeinde: Baggergrundeln (Phalaena/ Sexguttata), Strombus Schnecken

Kieselalgen

Kieselalgen vermehren sich verstärkt, wenn Silikat im Wasser vorhanden ist. Silikat wird zum Aufbau der Hülle von Kieselalgen benötigt. 

Kieselalgen kommen während der Einfahrzeit (dem Start) in Meerwasseraquarien vor. Das ist ein normaler Prozess und kein Grund zur Besorgnis. Bräunliche Beläge sind auf dem Bodengrund zu sehen. Wenn das Silikat nach einiger Zeit durch die Kieselalgen vollständig aufgebraucht ist, verschwinden sie nach und nach von allein wieder.

Kieselalgen können auch bei laufenden Aquarien plötzlich massenhaft auftreten. Sie sind zwar relativ harmlos, bilden aber sehr schnell unschöne Beläge auf Bodengrund und Gestein. Ursache ist eine Zunahme der Silikat-Konzentration durch schlechtes Ausgangswasser und keine oder eine unzureichende Wasseraufbereitung.

Im Meerwasseraquarium ist in eingefahrenen Becken ein Wert von 0,0 mg/l Silikat-Wert anzustreben.

Nicht verwechseln darf man Kieselalgen mit Schmieralgen, die in der Meerwasseraquaristik kurz als Cyanos  (Cyanobakterien) bezeichnet werden.

Megazoo Empfehlung:

  • Verwendung eines Silikat-Test zur Überprüfung des Silikatwertes
  • Manuelles Absaugen
  • Wechsel der Osmoseanlage
  • Einsatz eines Silikat-Filters (zB. von Dupla)
  • Verwendung eines Silikatentferner (zB.Microbe-Lift Sili-Out)

Kugelalgen

Kugelalgen werden durch Steinkorallen und Korallen-Ableger ins Becken geschleppt. Sie siedeln sich gern in engen Riffspalten und an Steinkorallen an. Dort können sie ganze "Nester" bilden und sich stark ausbreiten und anderen sessilen (festsitzenden) Lebewesen im Aquarium den Platz streitig machen.

Megazoo Empfehlung:

  • Mechanische Entfernung durch absaugen
  • Nährstoffgehalt senken (Nitrat, Phosphat)
  • Zügige Entfernung, damit sich nicht erst große "Nester" bilden

Fressfeinde: Pinzettfisch, Kaninchenfisch, Grüne Spinnenkrabbe (Mithraculus sculptus)

Schädlinge im Meerwasser Aquarium

Glasrosen

Aufgrund ihrer hohen Nesselkraft und starken Vermehrungsrate gelten Glasrosen (Aiptasien) zu den unbeliebten und unerwünschten Aquarienbewohnern. Glasrosen sind zwar kleine, aber sehr vermehrungsfreudige Anemonen mit einer hohen Nesselkraft.

Meist werden Glasrosen durch Lebendgestein oder beim Einbringen neuer Korallen ins Becken eingeschleppt. Diese kleinen Anemonen sehen zwar unscheinbar aus, haben aber aufgrund ihrer geringen Lebensansprüche ein sehr großes Vermehrungspotential.

Mit Glasrosen hat irgendwann jeder Meerwasseraquarianer leider Bekanntschaft machen müssen. Aufgrund der möglichen Bedrängnis und Vernesselung von Korallen, besonders von SPS-Korallen, müssen Glasrosen schnellstens entfernt werden.

Man sollte Glasrosen nicht mechanisch entfernen, da dies zu einer explosionsartigen Vermehrung aus Geweberesten führen kann.

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz von Glasrosen-Entferner (zB. Tropic Marin Elimini-Aiptasia, Aqua Medic AiptaCap)

Fressfeinde: Feilenfische, Pinzettfische (Chelmon Rostratus), Berghia-Schnecken, Glasrosenfressende Garnelen ( Lysmatha wurdemanni)

Anemonia manjano

Anemonia manjano wird unter Aquarianern kurz als Manjano oder Feueranemone bezeichnet. Diese Anemonen werden mit Lebendgestein eingeschleppt und gehören unbestritten zu den Plagegeistern der Meerwasseraquaristik.

Manjanos sind kleine Anemonen, die ca.5 cm groß werden. Man darf sich nicht von ihrem hübschen Aussehen täuschen lassen, denn sie besitzen eine hohe Nesselkraft und vermehren sich stark. Manjanos sind dadurch in der Lage in ihrem Umfeld Korallen zu vernesseln, dauerhaft zu schädigen und im schlimmsten Fall zum Absterben gebracht.

Manjanos sollten schnellstens und konsequent entfernt werden.

Megazoo Empfehlung:

  • sofortiges Entfernen der Manjanos durch Verwendung eines Mittels zur Entfernung von Glasrosen und Manjanos (zB. Aqua Medic AiptaCap) 
  • Es gelten die selben Maßnahmen wie bei Glasrosen

Fressfeinde: Einige Fischarten wie Falterfische (Chaetodon auriga, Chaetodon xanthurus oder Chaetodon kleinii) und der Glasrosen fressende Tang-Feilenfisch (Acreichthys tomentosus) könnten diese Anemonen wegzupfen.

Turbellarien (Korallen-Strudelwürmer)

Turbellarien sind sehr kleine Korallenstrudelwürmer. Sie werden oft fälschlich in der Meerwasseraquaristik als Planarien bezeichnet, diese leben aber nur im Süßwasser. 

Turbellatierieng treten zwar nicht so oft in Aquarien auf, können aber bei einer Massenvermehrung schnell zur Problemen führen. Oftmals entdeckt man die kleinen Strudelwürmer erst, wenn sie sich dicht an dicht auf Korallen drängen und dort eine Art Belag bilden.

Korallenstrudelwürmer ernähren sich von Kieselalgen, von tierischen Bestandteilen im Wasser und von Licht, welches sie für ihre Symbiosealgen benötigen. Sie  schädigen die von ihnen bedeckten Korallen nicht direkt, sondern indirekt durch eine erhebliche Lichtabschattung. Die befallenenen Steinkorallen bekommen bei einem massenhaften Befall nicht mehr ausreichend Licht, so dass ihr Wachstum stagniert und sie verkümmern.

Aufgrund der wirklich starken Vermehrungsrate sollten Sie den Korallenstrudelwürmern schnellstens Einhalt gebieten.

Megazoo Empfehlung:

  • Reduktion von Kieselalgen durch den Entzug von Silikat mittels Silikat-Entferner (zB.Microbe-Lift Sili-Out)
  • mechanisches Absaugen, Wiederholung im Bedarfsfall
  • Freßfeinde einsetzen

Fressfeinde: Diverse Lippfische sowie Leierfische und Turbellarien fressende Kopfschildschnecke (Chelidonura varians) einsetzen 

Borstenwürmer

Borstenwürmer werden mit Lebendgestein und dem Kauf von Korallen ins Aquarium eingeschleppt. Prinzipiell sind kleinbleibende Arten in geringer Zahl kein Problem. Sie beseitigen sogar organische Reste und machen sich dadurch nützlich.

Bei großem Nahrungsangebot und Fehlen von Fressfeinden können sich Borstenwürmer stark vermehren. Außerdem gibt es auch räuberische Arten, die nachts aktiv jagen, sogar Weichkorallen und am Boden ruhende Fische durch Fraß und ihre Borsten schädigen können.

Borstenwürmer sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber sind sie manchmal bei der Fütterung der übrigen Tiere zu sehen. Man bekommt sie meist eher selten zu Gesicht.

Durch die Borsten kann es auch zu Entzündungen der menschlichen Haut kommen. Sie sollten deshalb niemals mit der bloßen Hand angefaßt und entfernt werden!

Megazoo Empfehlung:

  • mit einer Pinzette entfernen
  • Borstenwurmfallen mit Lockfutter benutzen (Dupla Worm X)
  • Freßfeinde einsetzen

Fressfeinde: Lippfische (indischer Kanarien-Lippfisch), Mitra-Schnecke, Babylonia-Schnecke, Stenopus hispidus, Boxer-Krabbe (Lybia tesselata)

Asterina Gänsefußseesterne

Asterina Gänsefuß-Seesterne sind in jedem Meerwasseraquarium anzutreffen. Die kleinen Seesterne zeigen sich meist am Morgen, bevor die Beleuchtung des Beckens eingeschaltet wird und sind oft an den Aquarienscheiben zu sehen.

Selbst bei geringstem Nahrungsangebot können Gänsefußseesterne sich rasch vermehren und eine ganze Scheibe regelrecht eindecken.

Gänsefußseestern ist aber nur ein Sammelbegriff für unterschiedliche Arten, die nicht näher bestimmt werden können. Einige Unterarten, wie der braune Gänsefußseestern, können durchaus Korallen bedrängen und diese anfressen. Häufig betroffen sind Briareum und Krustenanemonen.

In geringer Anzahl schön anzusehen, sollten diese Tierchen im Zaum gehalten und händisch entfernt werden. Das geht ganz einfach durch Absammeln und ist kein Problem. Einfach bei Bedarf wiederholden.

Megazoo Empfehlung:

  • Händisch absammeln/ absaugen
  • Bei Bedarf wiederholen

Fressfeind: Harlequingarnele  (ernährt sich jedoch von großen lebenden Seesternen und würde nach schneller Beseitigung der kleinen Asterina-Seesterne verhungern)

Röhrenkoralle Phenganax parrini

Die sich extrem stark vermehrende kleine Röhrenkoralle ist schon lange in Meerwasser-Aquarien als Plage bekannt. Wissenschaftler haben der Mini-Röhrenkoralle den Namen Phenganax parrini gegeben.

Die kleine Röhrenkoralle bildet nach einiger Zeit teppichartige Kolonien. Sie überzieht Steine und Korallenskelette mit einem dichten braunen Teppich. Lebendes Gewebe von Steinkorallen wird in aller Regel nicht befallen, aber sie stiehlt Korallen und Anemonen den Platz zum Ausbreiten.

Die Röhrenkoralle besitzt Symbiosealgen und wächst sdeshalb besonders stark bei intenisver Beleuchtung. Leider ist im Handel bisher kein Mittel zur Beseitigung verfrügbar.

Megazoo Empfehlung:

  • Befallenden Steine sofort herausnehmen, sorgfältig abzuschrubben, anschließend sehr gut unter Salzwasser spülen und wieder zurück ins Aquarium geben
  • Treten neue Korallen auf, muss dieser Vorgang sofort wiederholt werden.
  • Der sicherste Weg ist die befallenen Steine sofort und dauerhaft aus dem Aquarium zu entfernen!

Freßfeinde: Sind nicht sicher bekannt und auch nicht im Handel erhältlich. Es gibt Berichte, dass der eine oder andere Kaiserfisch die Polypen eventuell abzupft, was leider nicht sicher ist.

Krankheiten im Meerwasser Aquarium

Anemonenfisch Krankheit

Bewimperte Einzeller leben in geringer Anzahl auf den Schleimhäuten von Anemonenfischen ohne sie dabei zu schädigen. Kommt es zur Schwächung des Immunsystems beim Anemonenfisch, kann es zur Massenvermehrung der Einzeller und zum Ausbruch der Anemonenfisch-Krankheit kommen.

Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und die sofortige Behandlung des befallen Fisches. Die Anemonenfisch-Krankheit verläuft bei starkem Befall tödlich.

Die Krankheit tritt oft nach wenigen Tagen nach dem Neueinsetzen oder Zusetzen eines Anemonenfisches auf. Es ist leider schwierig diese Krankheit ohne mikroskopische Untersuchung richtig zu diagnostizieren, aber es gibt verhaltenstypische Warnzeichen.

Verhaltensbedingte Warnzeichen:

  • Erhöhte Atemfrequenz bzw. Atemprobleme
  • Sehr schnelle Atmung
  • Luftschnappen an der Wasseroberfläche
  • Scheuern des Körpers an Gegenstände
  • Unwohlsein, Trägheit und wenig Aktivität
  • Erschwerte Nahrungsaufnahme, Ausspucken der Nahrung

Aussehens des Fisches:

  • Kleine blasse Stellen auf der Haut, die sich rasch vergrößern bis hin zu großflächig schleimigen Flächen
  • Der Anemonenfisch verliert immer mehr an Farbe, Farbe wirkt wie ausgewaschen
  • Die Schleimhaut erscheint teilweise relativ dick
  • Ablösen von Hautstücken

Bei sehr schweren Fällen empfiehlt es sich die Behandlung außerhalb des Aquariums in einem separaten Quarantäne-Becken durchzuführen.

Megazoo Empfehlung:

  • Behandlung mit speziellen Medikamenten (zB.Sera Phyto med Protazid)
  • Süßwasser-Kurzbad
  • Dauerhafte Verwendung einer UV-Anlage
  • Vermeiden von Stress beim Transport, Einsetzen und im Aquarium
  • Gabe von Multivitaminpräparaten zur Stärkung des Immunsystems
  • Zugabe von Knoblauch Spray über das Futter ( zB. Microbe-Lift Garlic Spay)

Weißpünktchen Krankheit (Cryptocarion)

Die Weißpünktchenkrankheit wird durch einzellige Cryptocarion Hautparasiten verursacht.  Die einzelligen Hautparasiten sind im Aquarium immer vorhanden, ohne dass ein sichtlicher Schaden entsteht. Erst wenn sie auf gestresste und geschwächte Fische treffen, nisten sich die Parasiten in ihnen ein. Sie sitzen meist tief in der Schleimhaut und sind als kleine weißliche Punkte zu erkennen, worauf sich auch der Name Weißpünktchenkrankheit bezieht.

Die Krankheit kann durch folgende Einflüsse auftreten:
Stress durch Veränderung der Dichte, Temperatur, ph-Wert usw.
Stress mit anderen Bewohnern im Aquarium

Wie erkennt man diese Krankheit?

  • Weiße Pünktchen auf dem Fisch
  • Scheuern am Bodengrund oder Gestein
  • Produzieren sichtbaren Schleim
  • Farben verblassen
  • Zucken, schütteln, zittern
  • Verstecken im Gestein
  • Relativ schnelle Atmung
  • Futter Verweigerung

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz eines UV-Klärers (tötet die freien Schwärmer im Wasser ab)
  • Ozon, tötet ebenfalls die freien Schwärme ab und hilft effektiv schon nach wenigen Stunden
  • frühzeitiger Einsatz eines Heilmittels gegen die Pünktchenkrankheit (zB. Hobby Ektozon N, Sera Costapur,Sera Tremazol)
  • Verwendung eines Wasseraufbereiters, der Fischen einen Schleim- und Kiemenschutz bietet
  • Stress vermeiden
  • Dichte senken
  • Abwechslungsreiche Fütterung mit Trockenfutter, Nori Algen, Frostfutter usw
  • Anreicherung des Futters mit Vitaminen und Knoblauch

Technische Probleme im Meerwasseraquarium

Erschaffen Sie Ihren ganz persönlichen kleinen Ozean, eine gesunde Wohnzimmer-Rifflandschaft in der sich Korallen, Fische und Wirbellose wohlfühlen. Um ein solches Biotop zu schaffen und zu erhalten, ist eine technische Ausstattung mit Beleuchtung, Filterung und Strömung unerlässlich.

Doch was passiert, wenn die Technik mal streikt? Was ist zu tun, wenn der Strom ausfällt? Wie schnell muss reagiert werden? Nachfolgende möchten wir Ihnen einige Tipps geben, damit Sie für solche Situation gut gerüstet sind.

Stromausfall

Ein Stromausfall - Nicht absehbar, unkontrollierbar und potenziell gefährlich.

Ein Stromausfall ist das Worstcase-Szenario jedes Aquarianers, tritt jedoch zum Glück eher selten auf. Fallen die elektronischen Geräte durch den Stromausfall aus, betrifft das die gesamte Techink wie Beleuchtung, Strömung, Heizung, Abschäumer und Filterung.

Ein paar wenige Stunden Stromausfall sollte jedes Aquarium problemlos relativ schadlos überstehen. 

Ohne Beleuchtung werden sich die Polypen der Korallen kaum öffnen und somit wird der Stoffwechsel stark reduziert. Das kann über einen längeren Zeitraum (24h oder mehr) zu einem Anstieg der Nitrat- und Phosphatwerte führen.

Äußerst kritisch wird der Ausfall der Pumpen und Filtereinheiten. Das Wasser wird nicht mehr bewegt, Bakterien sterben ab. Das Aquarienwasser entwickelt sich zu einer Belastung für die Beckenbewohner. Auch der sonst sehr wirksame Eiweißabschäumer kann nicht mehr arbeiten.

Mit einem Teil-Wasserwechsel können wir in dieser Situation zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir entfernen altes, belastetes Wasser und führen frisches, sauerstoffreiches Meerwasser hinzu.

Tritt der Stromausfall im Sommer auf so kann mithilfe von Kühl-Akkupacks versucht werden, das Wasser auf die gewünschte Temperatur herunter zu kühlen.

Sobald der Stromausfall überstanden ist, sollten dem Aquarium dringend neue Bakterienkulturen zugeführt werden, um die entstandenen Verluste auszugleichen.

Megazoo Empfehlung:

  • mehrfache kleine Teilwasserwechsel
  • Fütterung reduzieren oder zeitweilig Einstellen
  • nach Stromausfall Wasseraufbereiter zuführen, zB. Microbe Lift Extreme, Bakterienkulturen zB. MicrobeLift NiteOutII und Manixx Starterbakterien zuführen
  • vorsorglich hochwertiges Meersalz und Osmosewasser(Osmoseanlage) für einen Teilwasserwechsel bereithalten

Zu schwache Filterung

Die Filterung eines Meerwasseraquariums dient der Aufbereitung und Reinigung des Wassers. Hierfür sollte das im Aquarium enthaltene Wasser stündlich 3-5x umgewälzt werden. Bei zu geringer Umwälzung durchströmt das Aquarienwasser sowohl die Filtermedien als auch den Eiweißabschäumer zu wenig und kann nicht optimal aufgearbeitet werden. Nitrit und Nitrat können nicht ausreichend entfernt werden und steigen stetig an.

Angepasst an die Größe des Aquariums ist es erforderlich leistungsstarke Pumpen, optimale Filter mit entsprechenden Filtermedien als auch einen ausreichend großen Eiweißabschäumer zum Einsatz zu bringen.

Um Bakterien im Filter ausreichend Siedlungsfläche zur Verfügung zu stellen, werden hochporöse Filtermedien wie zB.. Sera Siporax und Filtermedien mit speziellen Aufgaben (Phosphatfilter, Silikatfiter u.s.w) eingesetzt.

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz von Pumpen mit ausreichender Durchflussmenge pro Stunde und Regelmöglichkeit (zB.AquaMedic DC Runner)
  • Eiweißabschäumer mit entsprechend starker Pumpe und Leistung
  • Verwenden von porösem Filtermaterial wie Sera Siporax

Ausfall der Rückförderpumpe

Trotz einer hohen Lebensdauer der verwendeten Pumpen kann ein solches Gerät in seiner Leistung nachlassen oder auch ganz ausfallen. Es muss umgehend durch ein gleichartiges oder ein moderneres Gerät ersetzt werden.

Sollte ein sofortiger Ersatz nicht möglich sein, so bietet ein Teilwasserwechsel schnelle, erste Hilfe. Bei einem Ausfall von mehr als 24h sollten nach der erneuten Inbetriebnahme frische Bakterien dem Aquarium zugeführt werden, um eventuelle Ausfälle auszugleichen.

Megazoo Empfehlung:

  • eine Reservepumpe vorrätig halten
  • wenn kein sofortiger Ersatz möglich ist, mit einem Teilwasserwechsel für Erste-Hilfe Sorgen
  • bei einem Ausfall von mehr als 24h neue Bakterienkulturen zuführen, (zB.MicrobeLift NiteOutII, Manixx Starterbakterien)

Wassertemperatur

Die optimale, anzustrebende Temperatur in einem Meerwasseraquarium liegt zwischen 24-26° und sollte keinesfalls für einen längeren Zeitraum über- oder unterschritten werden. Der allgemeine Toleranzbereich erhöht sich bis auf 28°, darf jedoch nicht dauerhaft überschritten werden.

Zum Heizen und Halten der Wasser-Temperatur kommen Heizstäbe zum Einsatz, welche  je nach Typ auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden können oder eine voreingestellte konstante Temperatur von 25° halten.

Fällt die Temperatur für einen längeren Zeitraum auf unter 24° wird das Immunsystem der Fische geschwächt. Es können Krankheiten auftreten und zum Ableben der Tiere führen. 

Während zu niedrige Temperaturen im Meerwasseraquarium eher selten auftreten, können steigende Temperaturen im Hochsommer die kritische Marke von 29° oder mehr erreichen. Ab 29,5° beginnen Korallen ihr Symbiosealgen ins Wasser abzustoßen und können absterben. Diese Situation ist als Korallenbleiche inaus den weltweit erwärmten Riffen bekannt.

In Meerwasseraquarien sollte ein Luftkühler oder einen Durchlaufkühler installiert sein oder zumindest für die Sommerzeit in Reserve gehalten werden.

Für Aquarien ab 450l bietet es sich an ausschließlich einen Durchlaufkühler zu verwenden, da dieser äußerst effektiv arbeitet.

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz von meerwassergeeigneten Heizstäben wie (zB.Eheim)
  • Verwendung von Kühlgeräten im Hochsommer (zB. JBLCooler, Durchlaufkühler wie BlueMarine Chiller)

Beleuchtung

Beleuchtung im Meerwasseraquarium ist ein essenzieller Bestandteil für das Wachstum der Korallen und erfüllt die speziellen Anforderungen der bunten Nesseltiere. Bei zu schwacher Beleuchtung können die Korallen weder prächtig wachsen noch ihre strahlenden Farben ausbilden. Ist das Licht zu stark können Algen ungehemmt wachsen. Ebenso wird das Wachstum und die Farbenpracht von Korallen gehemmt. 

Der pflanzliche Anteil der Korallen, die Symbiosealgen (Zooxanthellen) betreiben Photosynthese und sind somit auf ein geeignetes Licht angewiesen, um den Stoffwechsel vorantreiben zu können.

Es sollten ausschließlich für Meerwasseraquarien entwickelte Beleuchtung (LEDs, T5, Hybrid-Beleuchtung) verwendet werden, um sowohl die benötigte Leistung als auch das erforderliche Farbspektrum angepasst auf die Bedürfnisse der Korallen zu bieten.

Es gibt Beleuchtungen als Hängeleuchte über dem Aquarium, zum Aufsetzen auf den Aquarienrand und sogar zur Installation im Aquarium. Besonders die Steuerung über App bietet interessante neue Möglichkeiten der individuellen Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Die richtige Beleuchtung für Ihr Aquarium auszuwählen, ist nicht ganz einfach und bedarf einiger Grundkenntnisse und die Information, über den Besatz. 

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz von modernen, steuerbaren Beleuchtungen mit hoher Lebensdauer und optimaler Anpassung an die Bedürfnisse der Korallen (zB.Aquabar von AquaLED’s und Hydra von AI)

Ausfall des Eiweißabschäumers

Bei einem Urlaub am Meer ist jedem schon einmal der Schaum am Strand aufgefallen. Was in der freien Natur der Wind übernimmt, regelt im Aquarium der Abschäumer. Hierbei werden durch einen Luftstrom/Luftblasen Eiweißreste aus dem Aquarienwasser angelagert und als Schaum im Abschäumertopf ausgefiltert.

Durch dieses Vorgehen wird vermieden, dass sich gewisse Stoffe in zu hohem Maße im Aquarium anreichern und zu einer Belastung werden.

Sollte der Fall eintreten das der Abschäumer ausfällt so muss zügig für Ersatz gesorgt werden.

Megazoo Empfehlung:

  • Nur Einsatz von hochwertigen Geräten wie Arka Core Abschäumer, Nyos Quantum oder RedSea Skimmer

Strömung

Die Strömung sorgt nicht nur dafür, dass Nahrung und Nährstoffe zu jedem einzelnen Polyp der Koralle transportiert werden können, sondern ermöglicht durch die Bewegung der Koralle auch, dass die Polypen mit ausreichend Licht versorgt werden. Zusätzlich wird durch die Bewegung des Wassers ein Ablagern von Sedimenten auf den Tieren verhindert und es findet somit eine Reinigung statt.

Bei zu wenig oder ausbleibender Strömung können sich Sedimente ablagern und die Korallen werden nicht mehr ausreichend versorgt. Zuviel direkte Strömung kann das Gewebe der Korallen verletzen und führt somit letztlich zum Absterben des Tieres. Es muss also immer für eine indirekte Strömung gesorgt werden.

Hierbei ist es sinnvoll, auf die Möglichkeiten unserer Zeit zurückzugreifen und Strömungspumpen zum Einsatz zu bringen, welche über diverse Modi, wie Interwallströmung oder Wellensimulation, verfügen.

Megazoo Empfehlung:

  • Einsatz von modernen Strömungspumpen mit einstellbaren Programmen, wie bspw. AquaMedic EcoDrift, TMC ReefTide oder Tunze Strömungspumpen
  • um strömungsarme Bereiche zu vermeiden, immer mehrere Pumpen an unterschiedlichen Stellen im Becken einsetzen